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zuletzt geändert: 19/07/16

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Reisebericht Costa Rica 2006:

Flug mit Condor am Donnerstag, 29. Juni 2006 um 11.00 Uhr ab Frankfurt (DE 4184). Ankunft San José um 17.05 Uhr. Die erste Nacht verbrachten wir im Vida Tropical in San José (10 min vom Flughafen) und wollten am nächsten Morgen anfangen, dieses wunderschöne Land zu erkunden.

Nach dem Frühstück ging’s los. Erstes Ziel: Puerto Viejo an der Karibikküste.

Die Fahrt war schon das reinste Abenteuer. Quer durchs Land auf die andere Seite ging noch ganz gut – die Straßen waren recht ordentlich. Doch je mehr wir uns der Karibikküste näherten und weiter nach unten fuhren, um so schlimmer wurde es. Solche Schlaglöcher gibt es bei uns noch nicht einmal auf Feldwegen. Und dann kamen wir an eine gesperrte Brücke. Keiner wusste, ob man dieses Hindernis heute noch überwinden würde. Ein Linienbus hat alle Leute aussteigen lassen und die gingen dann zu Fuß drüber und stiegen in ein Taxi. Konnten wir ja schlecht machen mit dem Mietwagen. Naja, irgendwann durften wir dann doch drüber. In Puerto Viejo geht’s richtig karibisch zu. Überall Musik, Rasta-Locken und Stände an den Straßen. Wir wohnten wir für eine Woche im Hotel Azania.Eine recht kleine Anlage mit einzelnen Hütten und einem Pool in der Mitte. Das ist unsere Hütte (Tukan):

Lisa in der Hängematte Hotel Azania Oliver auf der Terrasse

Lisa musste jede Nacht eine drei Meter hohe, senkrecht stehende Leiter erklimmen, um in ihr Bett zu kommen. Wie zu erwarten, war es um die 35 Grad und richtig schön feucht. In den ersten Tagen störte mich das nicht, aber wenn gar nichts mehr trocken werden kann…

Da hilft nur Abkühlung. Also ging’s an den Strand. Unser Lieblingsplatz war eindeutig der Strand von Punta Uva, nur ein paar Kilometer weiter die Küste runter. Kein Mensch, keine Spuren im Sand, aber kristallklares Wasser.

Punta Uva
Punta Uva

4. Juli 2007: In einem kleinen Reisebüro (ATEC, sehr empfehlenswert), das mit einheimischen Führern Ausflüge organisiert, haben wir eine Tour gebucht: “Keköldi indigenous forest reserve”. Im Nachhinein haben wir verstanden, warum körperliche Fitness notwendig ist. Das Ganze war eigentlich schon Hochleistungssport. Wir haben uns mal richtig verausgabt. Unsere Führerin Leslie hatte uns zum Glück schon vor der Tour gesagt, dass wir mit 1,5 Litern Wasser pro Person nicht hinkommen. Fanden wir zunächst recht seltsam. Die Tour sollte zu den hier lebenden Indigenas und einem Wasserfall gehen. Klingt das anstrengend? Fanden wir nicht. Außerdem sollte es in einer Indigena-Hütte sogar noch eine Mahlzeit geben. Aber es wurde anstrengend. Nachdem es die Nacht vor der Tour konstant geregnet hatte, war es äußerst schwierig auf den Trampelpfaden (ist noch zu gut ausgedrückt, Matschlinien trifft's besser) durch den Urwald zu laufen. Manchmal war nicht einmal ein Pfad zu sehen und Leslie hob einfach irgendein riesiges Blatt hoch und dahinter ging es dann weiter. Es war irre feucht und dazu auch heiß, so dass der Schweiß in Strömen lief. Olli hat bestimmt einen neuen Schweiß-per-Quadratzentimeter-per-Minute-Rekord aufgestellt. Sogar die Schirmmütze konnte man nachher auswringen...

Außer uns war noch ein spanisches Pärchen dabei – denen ging es auch nicht besser. Jeder rutschte mal auf den matschigen Wegen aus, die verschlammten Schuhe waren uns egal – wir wollten nur noch zu dem Wasserfall kommen und eintauchen. Beim Abstieg kam uns mal kurz der Gedanke, dass man das alles auch wieder hoch muss… Egal, erstmal ins Wasser.

Es ging natürlich danach wieder bergauf, wir sind ja nicht im Film. Die Abkühlung hat nicht lange gehalten. Dann sind wir bei einer Indigena-Familie (Schwiegermutter von Leslie) eingekehrt und haben Huhn, Kochbananen und (Rüben?) aus Bananenblättern gegessen und dazu warmen Kakao getrunken. Es hat wirklich gut geschmeckt. Leslie hat beim Essen mit einer kartoffelähnlichen Knolle rumgespielt und uns aufgefordert, uns mit der austretenden Flüssigkeit etwas über die Haut zu streichen. Haben wir gemacht. Gott sei Dank nicht so viel wie die Spanierin, denn Leslie sagte uns dann, dass der Saft zum Färben (ein nettes Blau) genommen wird und bis zu zwei Wochen auf der Haut bleibt. Und wir wollten uns schon nette Motive ins Gesicht schmieren...

Leslie hat uns unheimlich viel gezeigt und erklärt, sie ist ja hier aufgewachsen und kennt sich aus. Neben vielen interessanten Pflanzen (fast alles Heilmittel für und gegen irgendwas) haben wir auch ein Gürteltier zu sehen bekommen und Tukane gehört (man muss ja nicht alles auf einmal sehen). Es war aber wirklich eine harte Tour: 8 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags durch den Dschungel getappt, bei jedem dritten Schritt im Matsch ausgerutscht und in einer Tour geschwitzt. Aber das wollten wir ja nicht anders. Und so sahen wir gegen Ende aus:

Wasserfall
Lisa und Oliver essen aus Bananenblättern
Oliver und Anne nach der Tour

Trotz der vielen Mühen und dem leichten Muskelkater am nächsten Tag war das wirklich eine wunderschöne Tour. An Schuhen und Hosen sind heute noch Spuren zu sehen.

Danach brauchten wir einen Ruhetag und guckten endlich auch mal ein WM-Spiel der Deutschen. Hat ihnen nicht geholfen und wir outeten uns auch nicht wirklich.

In Costa Rica ist im Juli Regenzeit und das heißt, gegen Abend fängt’s meist richtig an zu schütten. An einem Abend fiel hier für über eine Stunde der Strom aus. Wir saßen im Restaurant und hatten glücklicherweise gerade die letzten Bissen auf die Gabeln gepackt, da sorgte ein kräftiges Gewitter für saftlose Leitungen. Kreditkartenzahlung war dann nicht mehr möglich...Lisa musste Teller waschen...Nee, war alles kein Problem. Kerzen gab's genug und auf dem Heimweg sahen wir sogar einen, der sich die Kerze in ein Bananenblatt eingewickelt hatte und sich den Weg leuchtete. Zurück im Hotel hatten wir dann Strom über ein Notaggregat.

Nach einer Woche an der Karibik machten wir uns auf den Weg zum Vulkan Arenal (mit Zwischenübernachtung, bei der ich ein Waschbecken im Hotel zertrümmerte). Bei der Suche nach einem Hotel am Arenal habe ich immer mal im Internet geguckt, in welche Richtung die Lava fließt. Das wechselt nämlich hin und wieder. Dann hatte ich das Hotel gebucht und zwei Wochen später floss die Lava wieder etwas weiter links. Jetzt konnten wir es nicht mehr ändern. Von La Fortuna machten wir uns auf die Suche nach unserem Hotel. Schilder gab es genug und Lisa befürchtete schon das Schlimmste: Einöde, nix Essbares und kein Internet. ich dachte nur an die Lava. Was hatte ich nur gebucht? Endlich kamen wir an eine Schranke und wir vermuteten irgendwo dahinter die Rezeption. Nach einem Kilometer in Serpentinen den Berg hoch kam ein Welcome-Schild. Dann nur noch Schilder, die einen vor den gefährlichen Kurven warnen. Als hätten wir es nicht vermutet. Der Weg schlängelte sich immer weiter. Dann das nächste Welcome-Schild. Immer noch kein Ziel in Sicht. Und dann, nach fast drei Kilometern wurden wir mit diesem Schild empfangen:

Welcome Schild Hotel Arenal Lodge

Na endlich. Die Belohnung der Mühen war ein super Hotel. Alles da. Restaurant, Fitnessraum, Tour-Desk, Kidsroom mit Playstation und Internet!!! Total lahm, aber egal. Und das Schönste:

Der Blick von unserem Balkon:

Vulkan Arenal Costa Rica Balkon Arenal Lodge Junior Suite

Die Zeit am Arenal war wunderschön. Einen Tag haben wir eine Tour gemacht und dabei viel über die Geschichte des Vulkans und der Gegend erfahren. Wir haben Tukane en masse gesehen und immer das Grummeln des Vulkans im Hintergrund gehabt. Abends waren wir im Tabacon Resort  schwimmen und essen. Das vom Vulkan aufgeheizte Wasser ist ganz nett, aber das Essen war eher lieblose Massenabfertigung.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour auf Pferden gebucht. Und es regnete die ganze Nacht... Am Morgen regnete es immer noch... Ich dachte ja (hoffte?), die Tour würde abgesagt werden. Aber die Costa-Ricaner sind hart. Und wir ja auch. Also ritten wir im strömenden Regen mehrere Stunden durchs Gelände, überquerten Flüsse (nass waren wir ja eh), schauten dem Kaffee beim Wachsen zu und genossen die Nähe zur Natur. Zumindest am Anfang. Irgendwann klebte mir alles am Körper und ich wollte nur noch eine heiße Dusche. Ich hatte jetzt auch genug Tukane gesehen, wusste, welche Pflanze welches Leiden heilt, kannte alle Frösche... Ich wollte ins Trockene. War ein super Ausflug, nur eben etwas feucht. Zum Glück hatte das Hotel Wäscheservice, sonst hätten wir gar nichts Trockenes mehr gehabt.

Aber das Hotel Arenal Lodge war trotz Lavawende doch die richtige Wahl. Die Lava strömte genau richtig. Wir saßen abends gerade beim Essen, als rundherum die Gäste hektisch aufsprangen, Kameras holten und ans Fenster stürmten. Unser erster Abend war wohl der erste klare Abend seit einigen Tagen. Extra für uns. Und wir haben noch lange auf unserem Balkon gesessen. Und nachts habe ich immer mal den Kopf gehoben, um zu gucken, ob er noch da ist. Geil.

Vulkan Arenal Costa Rica bei Nacht

Fortsetzung folgt

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